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Klärdünger: Fachliche Fragen. Qualifizierte Antworten.

 

 

Was ist Klärdünger?

Klärdünger ist ein organischer beziehungsweise organisch-mineralischer NP-Dünger, der durch eine gezielte NP-Elimination aus dem einheimischen Abwasserkreislauf gewonnen wird. Er ist ein preiswerter und zugleich ressourcen- und energiesparender Dünger, durch den mineralischer Phosphor und Stickstoff substituiert werden. Seine pflanzenbauliche Vorteilswirkung liegt in der Düngewirkung von Haupt- und Spurennährstoffen und in der Zufuhr von organischer Substanz und ggf. Kalk in den Boden.

 

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Welche Serviceleistungen bietet der RETERRA-Fachbereich AGRAGENT?

Die Mitarbeiter von AGRAGENT, dem RETERRA-Fachbereich für Klärdünger, verfügen über jahrelange Erfahrung sowohl im administrativen als auch im pflanzenbaulichen Bereich des Klärdüngereinsatzes. Sie stehen Ihnen als kompetente Berater zur Seite – von der Klärdüngerbestellung über die Nachweis- und Dokumentationspflichten bis zur Düngung auf dem Acker. Darüber hinaus halten sie engen Kontakt zu den jeweils zuständigen Fachbehörden und gewährleisten eine korrekte und reibungslose Umsetzung aller rechtlichen Vorgaben. Im Sinne eines Rundumservice ist AGRAGENT mit pflanzenbaulichen Fragestellungen – insbesondere der schlagspezifischen Düngeberatung – bestens vertraut.

 

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Wie effizient ist die Stickstoffausnutzung bei Klärdünger?

Je nach Düngertyp beträgt der NH4-N-Gehalt bei Klärdünger zwischen 25 und 40 % des gesamten Stickstoffgehalts. Wesentliche N-Anteile sind also organisch gebunden und werden durch Mineralisation im Boden pflanzenverfügbar. So kann bei langjährigem und kontinuierlichem Einsatz von Klärdünger eine Stickstoff-Mineralisierungsrate von 5 % im ersten und 3 % ab dem zweiten Jahr einkalkuliert werden.

 

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Wie hoch ist der Humuswert von Klärdünger?

Je nach Typ enthält Klärdünger in der Festmasse 10 bis 20 % organische Substanz. Ein Rechenbeispiel: Anaerob stabilisierter und entwässerter Klärdünger liefert mit seinen 14 % organischen Substanzen somit etwa 1,68 t organische Substanz pro ha, bei einer Fruchtfolgedüngung von 12 t FM/ha/3 Jahre. Die Kennzahl für Humus-Kohlenstoff liegt für Klärschlämme bis 35 % TS bei maximal 40 kg pro Tonne.

 

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Wie hoch ist der monetäre Düngewert von Klärdünger?

Hohe Mineraldüngerpreise machen den Einsatz von Klärdünger auch in finanzieller Hinsicht lohnenswert. Ein Rechenbeispiel: Der Düngewert für Klärdünger (organischer NP-Dünger 0,95 – 2,2) mit Gehalten in der Frischmasse von 0,95 % N, 2,25 % P205 sowie mit Anteilen von 0,3 % K20, 0,13 % MgO und 1,9 % Ca0 beträgt ca. 38 €/t Frischmasse. Basis dafür sind Düngepreise von 1,40 €/kg P205 und kg N, 1,20 €/kg K20 und 0,6 €/kg Mg0 und 0,1/kg Ca0.
Bezogen auf den Phosphorbedarf einer dreijährigen Fruchtfolge von ca. 250 kg P205/ha in drei Jahren, resultiert aus dem Klärdüngereinsatz ein Nährstoffwert von ca. 430€/ha für drei Jahre.

 

Da die Marktpreise für Düngemittel Schwankungen unterliegen variiert auch der Mineraldünger-Äquivalentwert für Klärdünger. Nach dem aktuellen Düngewert Ihres Klärdüngers können Sie sich jederzeit bei Ihrem AGRAGENT-Fachberater erkundigen!

 

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Welchen Beitrag leistet Klärdünger zur Schonung der weltweiten Phosphatressourcen?

Klärdünger deckt nahezu den kompletten Phosphorbedarf der Fruchtfolge und substituiert darüber hinaus mineralischen Phosphor. So werden die natürlichen Phosphatressourcen der Erde geschont. Denn das für die Düngemittelherstellung benötigte cadmiumarme Rohphosphat wird immer knapper. Dennoch werden in Deutschland immer noch ca. 50 % der Klärschlämme nicht in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau genutzt, sondern verbrannt. Damit gehen wertvolle P-Mengen verloren. Experten haben kalkuliert, dass bei einer vollständigen Kreislaufverwertung ca. 15 – 20 % des landwirtschaftlichen Phosphatbedarfs in Deutschland durch die P-Elimination aus kommunalen Kläranlagen abgedeckt werden könnten.

 

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Was muss beim Einsatz von Klärdünger beachtet werden?

Wie bei jedem Dünger wird auch bei Klärdünger zunächst der spezifische Nährstoffbedarf der Fruchtfolge bestimmt – natürlich unter Berücksichtigung der Nährstoffgehalte im Boden. Auf dieser Basis lässt sich die richtige Menge Klärdünger für den Standort festlegen (Nährstoffbilanzierung). Zudem gelten die Vorgaben der Düngeverordnung. Diese legt unter anderem eine Sperrfrist für Klärdünger mit wesentlichem Gehalt an verfügbaren Stickstoff fest und definiert die maximale Stickstoff- bzw. Ammonium-N-Menge für die Ausbringung im Herbst.

 

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Welche Nachweis- und Dokumentationspflichten gelten für den Einsatz von Klärdünger?

Die Nachweis- und Dokumentationspflichten ergeben sich aus dem Abfall- und Düngerecht. Sie umfassen ein Lieferscheinverfahren, Bodenanalysen, eine behördliche Voranmeldung sowie Flächennachweise. Bei AGRAGENT werden diese administrativen Vorgaben von einer eigenständigen Fachgruppe erledigt, die auf jahrelange Erfahrungen mit den zuständigen Behörden zurückgreifen kann. Das sichert eine fachgerechte und schnelle Abwicklung der Klärdüngerbestellung.

 

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Warum lehnen einige Verpächter landwirtschaftlicher Grundstücke die Düngung mit Klärschlämmen ab?

Aufgrund einer einseitig schadstofforientierten Diskussion hat die gesellschaftliche Akzeptanz von Klärdünger stark gelitten. Die Kreislaufführung der Nährstoffe und damit insbesondere der Schutz der Ressource Phosphat wird meistens unterbewertet und gezielt hinten angestellt. Einige Agrarumweltmaßnahmen schaffen sogar monetäre Anreize für Landwirte, die auf die Düngung mit Klärschlämmen verzichten, während die Lebensmittelindustrie den Verzicht auf Klärschlämme zur Vermarktungsstrategie macht. Die Verhältnismäßigkeit solcher freiwilligen, privatrechtlichen oder administrativ festgelegten Restriktionen ist fraglich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass gegenwärtig natürliche schadstoffarme Phosphatressourcen knapp und damit mineralische Düngemittel sehr teuer geworden sind.

 

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Gab es in den vergangenen Jahren Schäden durch eine Düngung mit Klärschlamm?

Der seit 1999 eingeführte gesetzliche Klärschlamm-Entschädigungsfond hat bereits 2007 die gesetzlich festgelegte maximale Kapitalhöhe von 69,4 Mio. Euro erreicht; damit entfällt schon seit Januar 2007 die Beitragspflicht für Kläranlagenbetreiber. Generell werden über den Klärschlammfond nur Schäden, die durch die Nutzung kommunaler Klärschlämme entstanden sind, abgedeckt. Eingereichte Anträge waren in den vergangenen Jahren meist Bagatellfälle. Gemäß einer aktuellen Aussage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung aus dem Jahr 2008 wurden in den Jahren 2006 und 2007 fünf Entschädigungsfälle, unter anderem im Zusammenhang mit den PFT-belasteten Bodengemischen gestellt. Zwei wurden eingestellt, drei sind noch offen.

 

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Wie ist die Düngequalität von Klärdünger zu bewerten?

Der Düngewert des Klärdüngers wird primär durch dessen Gehalt an Phosphor und Stickstoff bestimmt. Je nach Klärdüngertyp (Nasschlamm, entwässerter Klärschlamm oder entwässerter und kalkstabilisierter Klärschlamm) variiert der Nährstoffgehalt. Die düngewirksame N-Ausnutzung beziehungsweise Düngeeffizienz wird primär durch den NH4-Gehalt des Klärdüngers bestimmt. Diese beträgt je nach Düngertyp bis zu 40 % bei flüssigem Klärdünger und bis zu 25 % bei stabilisiertem, entwässertem Klärdünger. Wesentliche N-Anteile sind organisch gebunden und werden durch Mineralisation im Boden pflanzenverfügbar. Bei langjährig kontinuierlich eingesetztem Klärdünger kann eine Mineralisierungsrate des organisch gebundenen N von 5 % im ersten und 3 % ab dem 2. Jahr einkalkuliert werden.

 

Der Phosphorgehalt im Klärdünger geht zu 100 % in die Düngebilanz mit ein. Die Verfügbarkeit ist ausreichend hoch für eine gute Ertragsbildung.

 

Im Rahmen von Qualitätssicherungssystemen bei Klärschlämmen wird auch die Verwendung von Einsatzstoffen (wie Fällungs- und Flockungsmitteln) bewertet. Durch eine optimierte Prozesssteuerung wird sichergestellt, dass diese auf ein Mindestmaß reduziert sind und die Möglichkeit einer vermehrten biologischen P–Elimination geprüft wurde.

 

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Wie sind freiwillige Selbstverpflichtungen zur Klärschlamm-Gütesicherung von Klärwerksbetreibern und Anwendern zu bewerten? Welchen Stellenwert werden diese zukünftig erlangen?

Qualitäts- und Gütesicherungssysteme sind in der gesamten Bandbreite – vom Einleiter über Kläranlage und Dienstleister bis zum Landwirt – positiv zu bewerten. Damit werden die Klärdüngerqualitäten noch umfassender als bislang über den gesamten Lebenszyklus kontrolliert und unabhängig überprüft. Das schafft mehr Transparenz bei den Verfahrensabläufen und Vertrauen in die Produktqualität. Der Stellenwert von Qualitätssicherungssystemen wird zukünftig noch größer sein. Mit den heute vorhandenen Systemen QLA/VDLUFA, BQSD, BGK/VGVA existieren gute funktionierende Systeme, die bislang jedoch in der Praxis der Klärwerksbetreiber nur mäßig nachgefragt werden. Im Rahmen der Novellierung der Abfallklärschlammverordnung ist erstmalig eine Implementierung solcher Qualitätssicherungssysteme vorgesehen, um somit Erleichterungstatbestände im Vollzug zu ermöglichen. Darin eingeschlossen sind unter anderem Einleiterkontrollen, höhere Analysendichte, Monitoring organischer Schadstoffe. Auch primär pflanzenbaulich relevante Parameter (Nährstoffverfügbarkeiten, Humus-C, Kalkeffekt) der Klärschlämme und Vorgaben für eine effiziente Ausbringung sind Elemente der Gütesicherung.

 

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In welcher Weise wird sichergestellt, dass der Klärdünger nach den Vorgaben der guten fachlichen Praxis ausgebracht wird? Welche Bedingungen sind an den Klärdüngereinsatz geknüpft?

Wie bei jeder Düngungsmaßnahme muss sichergestellt werden, dass ein Nährstoffbedarf – insbesondere an Phosphat und Stickstoff – für die zu betrachtende Fruchtfolge besteht. Unter Berücksichtigung der Bodengehalte an pflanzenverfügbaren Nährstoffen – in erster Linie Phosphat – erfolgt die standort- und fruchtfolgespezifische Festsetzung der auszubringenden Klärdüngermenge. Gekoppelt wird dies zusätzlich an die Vorgaben der Düngeverordnung, wie zum Beispiel Sperrfristen für Klärdünger mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff sowie maximale Stickstoff- beziehungsweise Ammonium-N-Mengen im Herbst. In die aufzustellenden Nährstoffbilanzen gehen auch die N-Mineralisationsraten der Klärschlämme ein.

 

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Wie und wo wird Klärdünger vor dem Streuen gelagert?

Gemäß AbfKlärV § 4 Absatz 14 darf Klärdünger nur dann auf oder in der Nähe der Aufbringungsfläche gelagert werden, wenn dies für die Aufbringung erforderlich ist. Grundsätzlich muss vermieden werden, dass es mit der Feldrandlagerung von Klärdünger zu einer Stoffverlagerung in Boden und Gewässern kommt. Spezifische Angaben sind in den Durchführungsbestimmungen der AbfKlärV der einzelnen Bundesländer vorgeschrieben. So wird zum Beispiel vorgegeben, dass eine Feldrandlagerung nur auf Flächen zulässig ist, die auch für die Klärschlammdüngung bestimmt sind. Somit ist eine Lagerung auf Dauergrünland ausgeschlossen. Ebenso bestehen Vorgaben zur Konsistenz des zu lagernden Klärschlamms sowie zum Zeitpunkt und zur Dauer der Lagerung.

 

AGRAGENT betreibt Zwischenlager, in denen Klärdünger unterschiedlicher Herkunft in der nicht zur Düngung geeigneten Zeit separat gelagert wird. Aufgrund unseres Zwischenlager-Managements können wir gewährleisten, dass der Klärdünger von der Kläranlage bis zur landwirtschaftlichen Fläche zurückverfolgt werden kann.

 

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Welche Unterschiede zwischen flüssigem und stichfestem Klärdünger sind zu beachten?

Das Klärschlammbehandlungsverfahren bestimmt den Klärschlammtyp: Nassschlamm, anaerob  ausgefaulte beziehungsweise aerob stabilisierte und entwässerte Klärschlämme oder entwässerte und kalkkonditionierte Klärschlämme. Für die Sedimentation, Entwässerung und Eindickung werden FE-/ Al-Salze, Polymere und Kalke eingesetzt, die düngemittelrechtlich zugelassen sein müssen. Mit dem Aufbereitungsmittel kann eine Beeinflussung der Nährstoffverfügbarkeit einhergehen. Kalkkonditionierte Schlämme enthalten bei deutlich erhöhten pH-Werten (pH 10 – 12) geringere N-Gehalte als nicht gekalkte Schlämme.

 

Im Wesentlichen unterscheiden sich die unterschiedlichen Klärdüngertypen in ihrem Gehalt an verfügbarem Stickstoff. Dieser sogenannte „wesentliche Gehalt an verfügbarem Stickstoff“, der laut Düngeverordnung den in einer CaCl2-Lösung löslichen Anteil von > 10 % bei einem Gesamt-N-Gehalt in der TS von > 1,5 % wiedergibt, bestimmt die Höhe des Klärdüngereinsatzes im Herbst und die Einhaltung der Sperrfrist über die Wintermonate.

 

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Sie haben Fragen zur Nutzung von Klärdünger? AGRAGENT® schafft Transparenz

 

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